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Stadt droht Siebenjährigem Hausverbot an

Lembeck – Kann die Stadt Dorsten einem siebenjährigen Schüler für die Zeiten außerhalb der Unterrichts Hausverbot für das Schulgelände erteilen?

Kann sie. Und sie hätte auch keinerlei Probleme damit, dies zu tun. Der kleine Philipp Molzberger muss sich dafür nur ein Vergehen zu Schulden kommen lassen: Noch einmal außerhalb der festgelegten Zeiten auf dem Bolzplatz der Don Bosco-Schule Fußball spielen.

Das Lembecker Ehepaar Molzberger konnte es kaum glauben, als es kürzlich das Schreiben der Verwaltung im Briefkasten fand. Aus Gründen der öffentlichen Ordnung habe ihr Sohn künftig abends und am Wochenende den Bolzplatz zu meiden. „Es war doch schon schlimm genug für den Jungen, dass die Polizei seine Personalien aufgenommen hat und jetzt noch diese Drohung seitens der Stadt“, beschwert sich Mutter Andrea Molzberger.

Langweilige Feier

Was war passiert? Es geschah an einem Samstag: Im Hause Molzberger fand tagsüber eine Familienfeier statt. Dem kleinen Philipp und seinem Cousin wurde es da schnell langweilig, beide machten sich mit dem Fußball auf nach draußen. Auf dem Bolzplatz kickten schon andere Kinder, also gesellten sich die beiden dazu. „Nach zwei Stunden kamen die beiden Jungs total aufgeregt zurück, weil die Polizei angerückt war“, so die Mutter.

Verbotsschild

Lisa Bauckhorn, Presse-Sprecherin der Stadt, bestätigt den Vorfall, gibt jedoch zu bedenken, dass ein Verbotsschild am von privater Hand angelegten Bolzplatz den Betrieb dort regelt. Abends ab 19 Uhr, samstags und sonntags sei es untersagt, sich auf dem Platz aufzuhalten. Ein Wachdienst überprüfe die Einhaltung der Zeiten, weil sich Anwohner in der Vergangenheit vehement darüber beschwert hatten, dass sich randalierende Jugendliche auf dem Gelände aufhielten. „Und das wollen wir verhindern.“

Andrea Molzberger vermag für das Argument kein Verständnis aufzubringen: „Mein siebenjähriger Sohn lässt sich doch nicht mit einem trinkenden Jugendlichen vergleichen.“ Und fügt an: „Alle fordern doch, dass Kinder nicht so oft vor dem Fernseher oder vor dem Computer sitzen dürfen, und sich mehr bewegen sollen. Da stimmt doch was nicht.“ – MK

11. Oktober 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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