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Unmut über schließung des ev. Gemeindehauses

Lembeck – Die geplante Schließung des ev. Gemeindehauses in Lembeck (Foto) zum Jahresende ist in der ev. Kirchengemeinde Holsterhausen von langer Hand geplant worden. Davon sind Magnus A. Kremser, Vorsitzender des Fördervereins, und sein Stellvertreter Dr. Ulrich Sick  überzeugt. “Natürlich muss gespart werden”, sagen sie, “aber es gibt auch andere Möglichkeiten”.

Schwere Vorwürfe erheben die beiden Vorstandsmitglieder gegen das Presbyterium der ev. Kirchengemeinde Holsterhausen und ihren Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Münker. “Der gesamte Entscheidungsprozess lief als geheime Kommandosache und unter rudimentärer Information der Gemeinde im Nachhinein ab.” Die angebotene Mitarbeit des Fördervereins sei abgelehnt, ein Gesamtkonzept zur Haushaltssicherung nie erstellt worden. “Ein entsprechener Antrag wurde im Presbyterium mehrheitlich abgelehnt.” Susanne Sick, Lembecker Mitglied in diesem Gremium, behauptet, dass die Lembecker Interessen generell nur wenig Gehör fänden, seit die Gemeinde Anfang 2003 der ev. Kirchengemeinde Holsterhausen zugeteilt wurde.

Kremser und Dr. Sick sind freilich überzeugt, dass die Schließung des Gemeindehauses den Haushalt kaum entlastet. Sie haben in der Gesamtgemeinde ein Einsparpotenzial von 90.000 Euro errechnet, wenn brachliegende Grundstücke verwertet und Personalkosten reduziert würden. Dazu müssten Ehrenamtliche etwa die Arbeit der Küster übernehmen. “Dies zusammen entspräche einer Verbesserung des Haushaltsansatzes um 43,86 Prozent.”

Folglich ist nach Meinung des Fördervereins bei den 700 Protestanten in Lembeck “die Wut groß”. Gestern wurden Plakate im Dorf verteilt, um auf der Gemeindeversammlung am nächsten Mittwoch mit möglichst großem Rückhalt “den theoretischen Spielraum” in letzter Minute zu nutzen. Denn wenn die Schließung am 20. September tatsächlich beschlossen wird, “ist das das Ende unserer Gemeinde”.

“Es gibt keine Alternative”

Herr Münker, gibt es aus Ihrer Sicht eine Alternative zur Schließung des Lembecker Gemeindehauses?

Münker: – Nein, es gibt keine Alternative. Das ist die Konsequenz aus der steigenden Zahl der Kirchenaustritte in den letzten Jahren. Wir sind auf Weisung des Kirchenkreises zum Sparen gezwungen. In drei Jahren werden wir nur noch die Hälfte des jetzigen Haushalts zur Verfügung haben.

Trotzdem, sind andere Konzepte in der Vergangenheit diskutiert worden? Der Förderverein spricht von “geheimer Kommandosache”.

Münker: – Lembeck ist in den zuständigen Gremien ausführlich zur Sprache gekommen. Wir haben auch andere Konzepte diskutiert, sie aber letztlich wieder verworfen.

Die Lembecker Gemeinde fühlt sich missverstanden, ausgebootet. Können Sie das nachvollziehen?

Münker: – Nein, die Lembecker haben für mich den gleichen Stellenwert wie die Rhader und Holsterhausener. Aber Tatsache ist auch, dass Lembeck die wenigsten Gemeindeglieder hat. Auch das müssen wir bei der Entscheidung berücksichtigen.

Gibt es noch Hoffnung, dass das Gemeindehaus nicht geschlossen wird?

Münker: – Ich weiß es nicht. Wir werden nächste Woche die Gemeinde anhören, anschließend muss das Presbyterium entscheiden.

Mit Pfarrer Bernd Münker sprach Stefan Diebäcker.

31. August 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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