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Bloß nicht über die Konsequenzen nachdenken

Lembeck – Der Weg von Willis Rücken bis zum Boden ist weit. “Zu weit”, meint Ursula und hielt jahrzehntelang respektvollen Abstand zu Pferden. Doch jetzt ist die 59-jährige Wulfenerin in passiver Altersteilzeit und möchte ihre Ängste überwinden – im Ferienkurs des ZRFV Lembeck.

Seit Montag lernt sie inmitten von fünf- bis zehnjährigen Mädchen wie ein Pferd gepflegt werden muss, wie es in bestimmten Situationen reagiert und wie man sich auf dem ungewohnt hohen Pferderücken sicher bewegt. “Ich kann mir von den Mädchen noch einiges abschauen”, freut sich Ursula. “Sie gehen ganz selbstverständlich und ohne Scheu auf die Tiere zu. In meinem Alter denkt man ja immer zuerst an die Konsequenzen.”

Natürlich sei es jedes Mal wieder eine Überwindung auf Willis Rücken zu klettern, aber die Wulfenerin gibt nicht auf und fängt mit kleinen Dingen an. “Gestern habe ich mein Pferd ganz alleine gesattelt”, erzählt sie stolz und wenn sie doch mal nicht weiter weiß, sind da ja noch die Mädchen, die ihr helfen.

Sie kennen die täglichen Rituale schon sehr gut: Halfter umlegen, Pferd aus dem Stall holen, putzen und satteln. Margret Hülsmann hat ihnen im Theorieunterricht erklärt, wie sie sich einem Pferd nähern müssen: “Macht euch bemerkbar, aber schreit nicht rum. Sprecht ruhig mit dem Tier.” Erst dann dürften die Kinder aufsitzen.

Gleichgewicht finden

Reitlehrer Hein Wüst und Reiterin Eva-Maria Brüse halten die Tiere an der Longe und vermitteln so ein Gefühl von Sicherheit. Mit verschiedenen Sitzübungen lernen die Mädchen die richtige Haltung, aber auch das Gleichgewicht muss erstmal gefunden werden. Die fünfjährige Hanna dreht auf Cora ihre Runden durch die Reithalle – mal hält sie ihre Hände einfach nur in die Luft, mal kreist ihre Arme. “So können wir Verkrampfungen lösen”, erklärt Wüst.

Er bietet in jeden Schulferien die Schnupperkurse auf dem Reiterhof an, denn die Nachfrage ist groß. “Viele Mädchen haben Freundinnen, die reiten und dann wollen sie es selbst probieren”, weiß er. Doch am Ende bleiben höchstens 30 Prozent dabei, schließlich ist Reiten auch eine Kostenfrage. – SaB

ZRFV im Internet: www.lembecker.de/reiterverein

19. Juli 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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