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„Aua“-Rufe wirken international

Lembeck – Wenn Dr. Elisabeth Robens an diesem Wochenende in ihr Flugzeug nach Nepal steigt, hat die Zahnärztin nicht nur Medikamente und Behandlungsbesteck im Gepäck, sondern auch einige Brocken der fremden Sprache.

Nepalesische Sätze wie „Mund auf“, „Mund zu“ oder „Seit wann tut das weh?“ werden der 42-Jährigen in den nächsten zweieinhalb Wochen wohl genügen müssen, um sich mit ihren Patienten zu verständigen. Sprachliche Hilfestellung bekommt sie nur von einigen einheimischen Schwestern und Zahnarzthelfern, die sowohl Nepalesisch als auch Englisch sprechen. „Das wird schon klappen“, zeigt sich die Lembeckerin zuversichtlich. „Schließlich sind Aua-Laute und große Augen ein internationales Zeichen für Schmerzen.“

Ein Abenteuer wird Robens` Arbeit in dem Königreich am Südrand des Himalaja trotzdem. Als „Zahnärztin ohne Grenzen“ behandelt sie in ihrem Urlaub unentgeltlich Patienten, die in die Zahnstation des Krankenhauses in Sankhu kommen. „Ich fange morgens an und versorge dann so viele Menschen wie kommen – auch samstags“, erklärt sie. Viele Nepalesen haben dann schon stunden- oder sogar tagelange Wanderungen in Kauf genommen, um von ihren Schmerzen erlöst zu werden. „Es gibt nur etwa 300 Zahnärzte in Nepal“, erklärt die 42-Jährige. „Somit wäre jeder für etwa 90 000 Patienten verantwortlich – eine unvorstellbare Zahl.“ Daher sei es durchaus möglich, dass ein Nepalese an einem vereiterten Zahn stirbt.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ sind vorrangig mit einfachen Füllungen, Schmerzbeseitigung und dem Ziehen der Zähne beschäftigt. „Karies ist dagegen ein geringeres Problem, da die Menschen in Nepal einfach viel weniger Süßigkeiten essen“, erklärt Robens. Behandelt wird jeder, der ins Krankenhaus kommt. Dabei verlangen die Ärzte von den reicheren Patienten ein höheres Entgelt, ärmeren wird fast umsonst geholfen.

„Mit meiner Arbeit kann ich den Menschen etwas zurückgeben, aber gleichzeitig auch Land und Leute kennen lernen. Das ist eine schöne Kombination“, erklärt die Lembeckerin ihre Motivation. Dafür nimmt sie auch ihr spartanisch eingerichtetes Zimmer im Krankenhaus in Kauf: „Bett, Tisch und Stuhl, mehr brauche ich in dieser Zeit nicht.“ – SaB

Informationen zur Stiftung „Zahnärzte ohne Grenzen“ im Internet >> www.dentists-without-limits.org

14. Juli 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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