Werbepartner

Helium-Einsatz erleichtert Leckageortung

Lembeck – „Vorübergehend kein Wasser“ lautet die Hiobsbotschaft für betroffene Haushalte, wenn in Fernwärmeleitungen Leckagen auftreten. Damit undichte Stellen so schnell wie möglich geortet werden können, müssen die Versorgung unterbrochen, Leitungen abgesperrt und entleert werden.

Zumindest war das bisher immer so. Der Lembecker Hans-Jürgen Kunze ist technischer Direktor der Deutschen Leckageortungs- und Umwelttechnik (DELU) AG mit Sitz in Gladbeck, die nach einer Testphase ein neues Verfahren auf den Markt bringt. Mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT in Oberhausen hat das Unternehmen ein Helium-Leckortungsverfahren entwickelt. „Das Besondere ist, dass es betriebsbegleitend eingesetzt wird und dadurch Stillstand und Unkosten vermieden werden können“, erklärt der Maschinenbauer.

Bei dem patentierten Verfahren wird das Fernwärmewasser mit dem Edelgas Helium versetzt. „Das läuft dann mit durch die Leitungen und steigt an der Leckage durch sämtliches Bodenmaterial zur Erdoberfläche“, veranschaulicht der 54-Jährige.

Nach einer gewissen Wartezeit wird die Fernwärmetrasse mit einem Helium-Spürgerät abgesucht. Wird an einer Stelle ein deutlich über dem normalen Gehalt liegender Helium-Wert festgestellt, dann ist dies ein sicheres Anzeichen für die undichte Stelle. „Wir kommen fast auf einen Meter genau an die Leckage heran“, so Hans-Jürgen Kunze. Das habe den Vorteil, dass Bagger konzentrierter und damit kostengünstiger eingesetzt werden können.

Arbeitsplätze entstehen

Zum Einsatz kam das Verfahren bisher unter anderem bei E.On in Datteln und bei den Stadtwerken Torgau. In der kommenden Woche steuert der bisher einzige Leckagemesswagen mit Geräten im Wert von über 100 000 Euro und einer Wärmebildkamera für 60 000 Euro die Stadt München an. „Wir sind nicht nur für die Helium-Methode ausgerüstet. Geräte für die Horch-, Korrelations- und Wärmeverfahren, die wir bisher eingesetzt haben, nutzen wir, wenn wir mit dem neuen Verfahren nicht weiter kommen“, sagt Kunze.

Dorstener könnten von der Expansion der Firma – geplant sind Niederlassungen im Radius von allen 100 Kilometern – profitieren. Denn für die vier- bis fünfköpfigen Besatzungen eines Messwagens wird noch Personal gesucht. „Hauptsächlich Leute, die aus dem Leckagebereich oder dem Rohrleitungsbau kommen“, so Kunze. – jug

02. Juni 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen