LEMBECK – Nicht in 80 Tagen um die Welt, aber immerhin in 30 Tagen von Paris nach Leipzig – das ist die Strecke, die sich vier Männer aus Taucha vorgenommen haben. Das Besondere daran: Sie reisen in einer Postkutsche – und die machte am Montag in Lembeck Station.

Am Ostersonntag feierte das Team das Bergfest der Reise in Wesel. Einen Tag später ging es weiter nach Lembeck. Passanten und Autofahrer entlang der B 58 staunten nicht schlecht. Inmitten von Schnellstraßen, Ampeln und Straßenschildern erinnerte die gelbe Kutsche, gezogen von zwei schweren Kaltblutpferden, an längst vergangene Tage.

Der Kutscher Siegfried Händler und sein “Co-Pilot” Tilo Prokosch hatten die Idee zu der abenteuerlichen Reise. Ziel der Aktion ist es, an die historische Bedeutung dieser Fahrt zu erinnern, denn 1928 fand auf ganz ähnlicher Strecke die letzte Droschkenfahrt statt.

Viele Erlebnisse

Frankreich, Belgien und Holland haben die Kutscher bereits durchquert und können schon jetzt auf einzigartige Erlebnisse zurückblicken. “Ich habe mir das nicht so einfach vorgestellt” gibt Eric Rothe zu, der für die gesamte Organisation zuständig ist. Der 25-jährige Bauunternehmer kümmert sich um die nächtliche Unterbringung von Ross und Kutscher und wurde dabei bis jetzt immer mit offenen Armen empfangen.

So auch am Ostermontag in Lembeck: Hermann Bügers, Vorsitzender des ZRFV Lembeck, stellte spontan vier Pferdeboxen zur Verfügung. Da war Wolfgang Kaiser, der für das Wohl der zwei Kutsch- und der zwei “Ersatzpferde” sorgt, erleichtert.

Beim abendlichen wohlverdienten Bier plauderte man dann noch mit den interessierten Lembeckern auf der Vereinsanlage. Erschöpft, aber glücklich, berichteten die vier Männer von ihren bisherigen Abenteuern. Das tollste Erlebnis? Diese Frage kann Eric Rothe gar nicht so leicht beantworten. “Wir haben unheimlich viel erlebt. Und das Schöne überwiegt auf jeden Fall!”, versichert er.

Und dann fällt ihm doch noch etwas besonderes ein: “In Waterloo sind wir mit der Kutsche durch einen “Mc Drive” gefahren und haben etwas zu Essen bestellt”, erinnert er sich lachend.

Bleibt dem Team nur noch zu wünschen, dass auch der zweiten Teil der Reise so reibungslos und gemäß dem Zeitplan verläuft. Auf der Internetseite darf jeder gerne mitfiebern. Hier kann man das Gespann dank GPRS bis auf zehn Meter genau verfolgen. – CRÜ >> www.Paris-Leipzig.de

18. April 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung