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Kreuz auf dem Specking gerettet

Lembeck – Seit 1858 steht in Lembeck-Specking ein gusseisernes Kreuz, das an den Kältetod des Lazarettgehilfen Bernard Humberg erinnert. Der Heimatverein Lembeck hat es nun vor dem Verfall bewahrt.

s-speckinger-kreuz.maria-nienhausBernard Humberg, der bei den Kürassieren in Münster seinen Dienst tat, hatte ein paar Tage Urlaub erhalten und wollte diese in seinem Elternhaus in Klein-Reken verbringen. Weil er in Haltern Verwandte und Freunde besuchte, wanderte er nicht auf dem direkten Weg nach Klein Reken.

Am 4. März 1858 um 21.30 Uhr wollte er trotz vieler gutgemeinter Warnungen von Haltern nach Klein-Reken laufen. Als er in der Speckinger Bauernschaft nur noch etwa 2000 Schritte von seinem Elternhaus entfernt die ersten Häuser erreichte, setzte er sich, wohl nur um einen Augenblick auszuruhen, an der Wallhecke vor dem Kuckuckschen Hof nieder. Er schlief ein, um nie wieder zu erwachen. Auf dem Friedhof in Klein-Reken hat man ihn damals mit militärischen Ehren begraben. Und seine Eltern errichteten an der Unglücksstelle das Gedenkkreuz – , das ziemlich angerostet in diesem Winter umstürzte.

Auge sichtbar

Hermann Bügers, Werner Diebel, Bernhard Heiming, Heinz Liesen, Josef Lohbreyer und Manfred Steiger vom Heimatverein Lembeck starteten nun eine Rettungsaktion für dieses historische Kreuz. Es wurde gesandstrahlt und gestrichen und schließlich am Dienstag an gleicher Stelle wieder aufgestellt. Nach den Sandstrahlarbeiten kam in der Spitze des Kreuzes ein hinter Wolken stehendes „Dreifaltigkeitsauge“zum Vorschein, das von Strahlen umkränzt wird. Die Familien Kuckuck und Grewing hoffen, dass viele Wanderer der Hohen Mark vor diesem Kulturdenkmal jetzt wieder eine kurze Rast einlegen.

Geld fehlt

Die Mitglieder des Heimatvereins Lembeck aber machen sich Sorgen um ein weiteres Denkmal, das vom Verfall bedroht ist, wenn nicht umgehend Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden. Das in der „Todeskurve“ am Haus Nattefort stehende monumentale Kreuz aus dem Jahre 1850 verliert von Jahr zu Jahr immer mehr an Substanz.

Das auf ehemaligem Wulfener Terrain aufragende Kreuz steht sowohl in einer Beziehung zur katholischen Pfarrgemeinde Lembeck als auch zur katholischen Pfarrgemeinde Wulfen. Die Lembecker errichteten dieses Kreuz im Jahre 1850 als Missionskreuz und für die Wulfener war es noch in den 1950er Jahren die am weitesten von St. Matthäus entfernt liegende Segensstation der Hagelprozession. Die Sage weiß zu berichten, dass an dieser Stelle seit Jahrhunderten ein Kreuz gestanden hat und dass König Wittekind vor dem ersten Kreuz gebetet haben soll.

Die Restaurierung des Kreuzes kann nach Angaben des Heimatvereins aber nur durch Fachkräfte ausgeführt werden. Die Kosten (ca. 2000 Euro) kann der Heimatverein keinesfalls aufbringen. Daher wurden jetzt die Vorstände der beiden Kirchengemeinden angeschrieben, doch alles zu tun, um dieses christliche Kulturdenkmal für die Nachwelt zu erhalten.

12. April 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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