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Festplatz im Visier der Stadtplaner

Lembeck – Fußgänger-Überwege, die “Schlagloch-Operette”, die Nachbarschaft zur Genossenschaft – für Stadtbaurat Frank Gläßner sind das “ganz normale Aufreger” in Lembeck. In einigen Jahren könnte ein weiterer hinzukommen.

DSCF2908Denn der neue Flächennutzungsplan beinhaltet auch eine Option, den Festplatz der Schützen zu verlegen – raus aus dem Dorfkern, hinein in das Dreieck zwischen Wulfener Straße und L 608 an der südlichen Zufahrt. Bei der Präsentation am Montagabend im Pfarrheim St. Laurentius wurden prompt Bedenken laut. Dass daraus eines Tages eine Protestwelle werden könnte, ist Gläßner bewusst. “Der Festplatz ist etabliert und ein relativ hohes dörfliches Gut.”

Eben jene “ländlich dörfliche Entwicklung”, die Lembeck von vielen anderen Stadtteilen unterscheidet, findet ansonsten im neuen Flächennutzungsplan durchaus Berücksichtigung. Von “Wachstum” in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung spricht im Rathaus ohnehin niemand mehr. Angesichts der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung halten Gläßner und seine Kollegen auf 7,9 Hektar rund 170 Wohnungen für vielleicht 390 Menschen vor. “Wenn wir die Einwohnerzahl halten wollen, brauchen wir diese Fläche.”

Schwerpunkt der Wohnbebauung in Lembeck soll bekanntlich der Bereich südlich des Kaisersweges sein. Die öffentliche Auslegung der Pläne für die ersten etwa 40 Wohneinheiten – insgesamt sind vielleicht 95 möglich – ist in Kürze vorgesehen, spätestens Anfang 2007 soll dieses Baugebiet erschlossen werden. Weitere Häuser im Norden Lembecks sowie am Holtberg, am Hagen und in der so genannten Wittesiedlung könnten in den nächsten 15 bis 20 Jahren folgen. Nicht jedoch am Schlaunweg, der aus dem Flächennutzungsplan gestrichen wurde. Dort war in den letzten Jahren “keine Harmonie bei den Grundstückseigentümern zu erreichen”.

Das Gewerbegebiet hingegen ließe sich nach Meinung der Stadtplaner nach Norden um rund drei Hektar vergrößern, um dann allerdings auch den Bedarf aus Rhade zu decken. Bedenken, Firmen könnten sich zu nah an der Wohnungsbebauung niederlassen, wollte Gläßner am Montagabend nur bedingt gelten lassen. “Wir können Gewerbegebiete nicht in die freie Landschaft verlegen.”

Ein richtig “heißes Eisen”, die Nordanbindung Barkenbergs, war nur am Rande ein Thema. Was den Stadtbaurat erstaunte. “Ich kann nicht glauben, dass Sie so pflegeleicht sind.” Die Schützen werden ihn eines Tages womöglich eines besseren belehren… – dieb

28. März 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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