Lembeck – „An der Rechtslage ist nichts zu ändern“, bestätigte Jurist Manfred Steinritz von der Handwerkskammer Düsseldorf, dass die Lembecker Elektrofirma elopuls auf ihren Kosten sitzen bleiben wird.

Wie die „Dorstener Zeitung“ bereits am Samstag berichtete, muss elopuls nach der Insolvenz der Personalservice-Agentur Maatwerk Sozialversicherungsbeiträge für ausgeliehene Arbeitnehmer begleichen. Nach dem Gesetz haftet das Lembecker Unternehmen und erhielt bereits eine Forderung über 1853 Euro für zwei Leiharbeitnehmer.

Fall wirft Fragen auf

Der Düsseldorfer Jurist betonte, dass der bundesweite Fall Maatwerk viele Fragen aufwerfe. In 137 Gemeinden war der Personalservice-Agentur des Holländers Gerardus Jacobus Berends von der Bundesagentur für Arbeit der Zuschlag für die Vermittlung von Arbeitskräften erteilt worden. Dumping-Angebote hatten zu dieser Entscheidung geführt. Schon bald aber geriet Maatwerk in eine finanzielle Schieflage.

Genau hier sieht Manfred Steinritz ebenso wie Jutta Büschken, Ehefrau des Lembecker Firmenchefs Manfred Büschken das Problem: Warum bekam Maatwerk weiterhin die Vermittlungsgenehmigung, obwohl sich das Unternehmen bereits in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten befand“

Für Fehler haften

Auf eine entsprechende Anfrage von Jutta Büschken reagierte die Bundesagentur für Arbeit gelassen: „Es entspricht nicht den Tatsachen, dass die Liquidität der Fa. Maatwerk ersichtlich desolat gewesen wäre. Der Regionaldirektion Nord lagen vor der Erlaubniserteilung mehrere Unbedenklichkeitsbescheinigungen verschiedener Körperschaften/Behörden vor.“

Nun muss der Handwerksbetrieb als letztes Glied in der Kette für diese Fehler haften. „Wir bemühen uns schon lange, die Regelung wegzukriegen“, erklärte Manfred Steinritz. Da dem Staat allerdings das Geld fehle, werde der kleine Unternehmer zur Kasse gebeten. Eine direkte Kontaktaufnahme mit der Bundesagentur für Arbeit habe die Kammer in dieser Sache bisher nicht angestrebt, da die Resonanz von Seiten der Betriebe nach dem Maatwerk-Zusammenbruch zu gering geblieben sei. Auf einen Aufruf im Handwerksblatt hätten sich nur zwei Betroffene Unternehmen gemeldet. „Das ist zu wenig“, stellte Steinritz seine Sicht der Lage klar. – siwi

13. Februar 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung