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Wenn der Jecken-Virus einen Richter infiziert

Heute möchte ich Ihre Fantasie strapazieren. Stellen wir uns einmal einen Richter vor, der den Begriff “unabhängig” recht eigenwillig interpretiert und gerade Kommunen gerne piesackt. Vielleicht hat seine Heimatstadt ja irgendwann Porzellan zerschlagen oder einen Krug zerbrochen.

A31-Biergarten

Dieser Richter, nennen wir ihn Adam, studiert die Akten eines Routinefalls, die Klage gegen den neuen Betrieb eines schottischen Bouletten-Braters. “Tja, Mephisto (so nennen wir spaßeshalber den teuflisch grinsenden Gehilfen), Gutachten, TÜV-Siegel, Genehmigungsbegründung, alles da, alles scheinbar wasserdicht. Gibt”s denn da überhaupt kein Haar in der Suppe”” “Doch, doch, Meister”, lächelt Mephisto satanisch, “da steht doch was von Außengastronomie – das ist bestimmt zu laut!”

“Aber Biergärten werden normalerweise nur bei schönem Wetter tagsüber im Sommer genutzt, es setzt sich doch kein Mensch nachts im Winter an die Autobahn. Das können wir mit einem Anruf klären.”

Disko-Aufschlag

“Wer wird denn bei den hohen Kosten telefonieren, Meister””, kichert Mephisto beelzebübisch, “seit wann bügeln wir anderer Leute Nachlässigkeiten aus” Und da sehe ich doch schon den nächsten Haken: Für einen Parkplatz im Gastgewerbe können wir doch einen “Diskotheken-Aufschlag” anrechnen – wenn Autotüren knallen, stehen alle Rhader und Lembecker aufrecht in ihren Betten!”

“Aber die hören doch vor lauter Verkehrslärm solche Geräusche gar nicht – der Dauerpegel der Autobahn übertönt das doch. Und überhaupt, dieser Disko-Aufschlag! In der Gesamtrechnung sind das doch nur ein paar Stellen hinter dem Komma, da wird der Grenzwert ja immer noch nicht erreicht.” “Das wissen Sie und das weiß ich”, lacht Mephisto dämonisch, “aber weiß das auch die Stadt” Warum hat sie das denn in ihrer Rechnung verschwiegen””

“Okay, wir können es ja mal versuchen. Ich schreibe also hin: Die Baugenehmigung ist rechtmäßig, aber wegen übergebührlicher Lärmbelästigung dürfen nach 22 Uhr nur Fußgänger, hi, hi, an der Autobahn, hä,hä, bedient werden. Wie heißt der Betrieb noch: McPleite “- Ho, ho, ho!”

Für die tollen Tage

Schon gut, Sie haben recht, so einen Unsinn können sich nur kranke Hirne ausdenken. Und ein ähnliches Urteil, das jetzt ein Projekt im Gewerbegebiet Endelner Feld lähmte, hat sich die Stadt selbst zuzuschreiben. Warum drängte sie auch auf eine Eil-Entscheidung” Eigentlich war das doch als Beitrag für die tollen Tage gedacht – als närrischer Kracher aus der Gerichts-Bütt!

03. Februar 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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