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Nordanbindung Wittenberger Damm: „Infusion für eine Wachsleiche“

Wulfen/Lembeck – Sie ist ein Dauerbrenner unter den hiesigen Straßenbauprojekten. Wenn der Umwelt- und Planungsausschuss Anfang Februar ein neues Kapitel über die geplante Verlängerung des Wittenberger Damms zur Lippramsdorfer Straße (K 55) aufschlägt, dann können die Dorstener Kommunalpolitiker die Akte auch gleich wieder schließen – für immer. Das meint jedenfalls der Abgeordnete der Grünen im Kreistag, Hans-Jürgen Reitmeyer.

„Das ist eine Infusion für eine Wachsleiche“, kritisiert der Dorstener die unverdrossenen Bemühungen der Lippestadt, den Neubau der Kreisstraße 6 endlich zu realisieren. Tatsächlich sind im Haushalt 2006 des Kreises Recklinghausen 650.000 Euro für die K6n veranschlagt; „das Geld wird an anderer Stelle viel dringender benötigt“, meint Reitmeyer. „Der Kreis wartet doch nur darauf, dass sich Dorsten endlich von dem Projekt verabschiedet.“

Dass der Stadt und ihren Politikern eigentlich nichts anderes übrig bleibt, eröffnet sich für Reitmeyer nach einem Blick in ein Gutachten, das eine Ingenieurgesellschaft aus Kaarst im Auftrag des Kreis-Tiefbauamtes erstellt hat. Demnach würden selbst im „besten“ Fall – ohne B 58 und L 608 – nicht so viele Fahrzeuge über die neue Kreisstraße rollen, um einen Bau durch Wald und Wiesen zu rechtfertigen. „Das wäre allenfalls eine willkommene Strecke für Lkw-Fahrer, die die Maut umgehen wollen“, meint der Grünen-Politiker. „Mehr als 500 Fahrzeuge täglich würden die Straße nach Ansicht der Fachleute überhaupt nicht nutzen.“ Damit hätte die K6n den Status einer Gemeinde-, aber eben keiner Kreisstraße. „Das ist rausgeschmissenes Geld für eine funktionslose Straße.“

Ob die Mehrheit der Dorstener Politiker das genauso sieht, steht indes auf einem anderen Papier. Der Umwelt- und Planungsausschuss, der den Sachverhalt erneut beraten muss, tagt am 7. Februar im Rathaus. – dieb

20. Januar 2006 | Quelle: Dorstener Zeitung

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