Lembeck – Im September hat Hubert Loick zum letzten Mal auf einem Trecker gesessen. Bei der Maisernte kehrt der Landwirt stets zu seinen Wurzeln zurück.

playmaisAnsonsten allerdings ist der Lembecker eher ein Bauer der modernen Sorte. Und da spielt Mais bekanntlich eine überragende Rolle. Seit 1994 verarbeitet er die Pflanze zu Verpackungschips, Geschirr und Besteck – und zu Spielzeug. Doch in Deutschland hat „Playmais“ – anders als in Frankreich, Österreich und der Schweiz – erst in diesem Jahr so richtig Fuß gefasst. Und prompt kündigt Loick an: „2006 wird unser stärkstes Jahr, wir planen zwei ganz große Würfe.“ Anzunehmen, dass neben Handelsketten wie Vedes und Kaufland auch Discounter in den Verkauf der Öko-Spielwaren einsteigen.

Ihren Sitz hat Loicks Cornpack GmbH nach wie vor auf dem Hof der Familie in Lembeck. Hier steht auch noch die erste Produktionsstätte zur Verarbeitung der nachwachsenden Rohstoffe, die aber ausschließlich Verpackungsmaterial herstellt. Die bunten Chips, mit denen Kinder so herrlich experimentieren und basteln können, gehen seit drei Jahren in Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) vom Band. „Wir sind über Agenturen inzwischen in allen europäischen Ländern vertreten, außerdem in Japan, Australien und Dubai.“

Spielwelten

Die kreativen Köpfe in der Lembecker Denkfabrik haben inzwischen ein paar neue Spielvarianten von „Playmais“ entwickelt. Kinder können eintauchen in die „Ocean World“ oder als Seeräuber über die „Pirate Sea“ segeln. Sie dürfen in der „Fun Farm“ das Leben auf dem Bauernhof nachstellen oder werden sich bei „Automobile“ mit den Verkehrsregeln vertraut machen. „Wir haben einige Partner dazugewonnen und konnten unsere Bauteile so um ganze Spielwelten erweitern“, freut sich Loick. Spielfelder und Würfel aus umweltfreundlichem Material inbegriffen. .“Ich rechne mit einer Umsatzsteigerung von 25 Prozent“, kündigt er an.

Der Phantasie sind auch auf anderen Feldern keine Grenzen gesetzt. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut hat der zweifache Familienvater umweltfreundliches Tesafilm und Etiketten entwickelt, die dank eines biologischen Harzklebers genauso haften wie das Original. Für die Produktion plant Loick nun eine weitere Niederlassung in Süddeutschland.

Catering-Produkte

Nicht minder erfolgreich läuft der Vertrieb von kompostierbaren Tellern und Besteck aus Maisgranulat. Den kompletten Weltjugendtag hat er im Sommer beliefert, mit fünf Catering-Betrieben hat er bereits Exklusivverträge für die Fußball-Weltmeisterschaft abgeschlossen. Anzunehmen, dass Fußball-Fans im nächsten Jahr auch an Marketing-Artikeln aus nachwachsenden Rohstoffen nicht vorbeikommen. Für Hubert Loick wäre es ein weiterer Volltref- fer. – Stefan Diebäcker

>> www.playmais.de

22. Dezember 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung