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“Christus in der Mitte”

Lembeck – Pfarrer Alfred Voss hat den Reißverschluss seines Mantels bis oben zugezogen. Kalt ist es hier, im doppelten Sinne. Winterliche Temperaturen, kahle Wände. Seit Monaten ist die Kirche eine Baustelle, “seine” Kirche.

ku-02Der Geistliche freut sich natürlich auf den Tag, wenn er endlich wieder hier predigen darf. Weil die Gemeinde sich dann um ihn schart” “Nein”, wiegelt Alfred Voss ab, “weil Christus dann in der Mitte ist.” Das hat Symbolcharakter.

Was Fachleute gerne mit “liturgischer Umgestaltung” beschreiben, war in Lembeck nicht unumstritten. Altar und Ambo werden von der Nordseite der St. Laurentiuskirche in die Mitte verlegt. In den Schnittpunkt der beiden Kirchenschiffe. Das überstieg das Vorstellungsvermögen vieler Gläubiger. “Natürlich hat es Kritik gegeben”, räumt Pfarrer Voss ein, “aber die ist inzwischen doch ziemlich gewichen.”

Im Zeitplan

Seit fünf Monaten wird in dem Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert gearbeitet. “Den letzten Anstrich hat es vor 25 Jahren gegeben”, weiß Architekt Ralf Badura. Doch dabei bleibt´s diesmal nicht. Neue Stromleitungen wurden verlegt, eine neue Bodenplatte ist eingesetzt worden. Die Wände und Gewölbe wurden verputzt und in “gebrochenem Weiß” gestrichen, die Rippen nachgearbeitet und mit einem sandfarbenen Ton versehen. Gut ein Dutzend Firmen, die meisten aus Lembeck, sind hier beschäftigt, “wir liegen voll im Zeitplan”, freut sich Badura. Wo immer es möglich war, wurde altes Material überarbeitet und wiederverwendet, so beispielsweise die Sandsteinplatten aus dem Kirchenschiff, die die Grundlage für die neue Altarinsel bilden.

Am 12. März soll die Kirche im Beisein von Bischof Lettmann eingeweiht werden. Bis dahin müssen die Lembecker Gottesdienstbesucher noch mit ihrem Notquartier vorlieb nehmen. Im Pfarrheim Lembeck herrscht seit Sommer bisweilen drangvolle Enge. Beinahe zwangsläufig sind die Besucherzahlen um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, schätzt Pfarrer Voss. “Aber mehr Platz haben wir derzeit nunmal nicht.”

Zu Weihnachten und zum Jahreswechsel weicht die Gemeinde in die Sport- und Kulturhalle aus, ab Frühjahr werden die Bänke in der Kirche gut besetzt sein. Aus tiefem Glauben heraus, aber wohl auch aus Neugierde. – dieb

Die ganze Gemeinde ist am Sonntag von 11 bis 13 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen. Dabei könenn u.a. Modelle von Altar und Ambo sowie eine überarbeitete Kirchenbank besichtigt werden.

29. November 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung

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