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Stromausfall durch Mastbruch einer 100-KV-Leitung auch in Lembeck

stromNach stundenlangem Schneesturm versank das Ruhrgebiet und Münsterland bereits in der Nacht zu Samstag im Chaos, in den Landkreisen Steinfurt und Borken wurde Katastrophenalarm ausgelöst – mehr als 100 000 Menschen sind oder waren hier seit Freitagmittag ohne Strom und Heizung! In ganz NRW sind es 250 000.
Nach einigen Stromschwankungen gingen dann auch am Samstagabend um 18.48 Uhr in Lembeck die Lichter aus. Der bis ca. 22.40 Uhr andauernde Stromausfall legte nach aktuellen Erkenntnissen u.a. Lembeck, Rhade und Deuten komplett lahm. Rund 14.000 Menschen saßen im Dunkeln, die Polizei fuhr hier vermehrt Streife und richtete Meldestellen ein. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es nicht. Gaststätten hatten ernsthafte Probleme ihre Gäste und Gesellschaften zu bedienen, weil in den Küchen gar nichts mehr ging. Sämtliche Kerzen und Taschenlampen kamen gestern Abend zum unvorhergesehenen Dauereinsatz. Viele Telefonteilnehmer konnten nicht mehr erreicht werden, weil der Stromausfall die Telefonanlagen lahm legte. Lediglich das Mobilfunknetz erlaubte es durch Notstromversorgungen in den Sendemasten, über das Handy zu telefonieren. In Lembeck, Rhade und Deuten lag der Fehler laut RWE an einem Mastbruch, der eine 100-KV-Leitung komplett aus dem Verkehr gezogen hatte. Am Samstagabend kam es dann auch in ganz Raesfeld und Erle zu einem Stromausfall. Auslöser waren ein Sturmtief und teilweise faustdickes Eis, das sich auf den Stromleitungen ausgebreitet hatte. Ab etwa 18.30 Uhr ging in Raesfeld nichts mehr. Selbst die Handy-Netze waren überlastet.

Chaos auch auf den Autobahnen: Auf der A 31 staute sich am Samstag der Verkehr bei Gronau auf 50 Kilometer Gesamtlänge, nachdem hier im Schneesturm vier 10 000-Volt-Leitungen gerissen und auf die Autobahn gefallen waren. Tausende Menschen mussten die kalte Nacht in ihren Autos verbringen, DRK und Johanniter verteilten Decken und Tee, halfen mit Benzin aus.
Notquartiere: Hunderte von Menschen im Münsterland haben auch die letzte Nacht in Notquartieren verbracht, wurden in Turnhallen und Feuerwehr-Gerätehäusern mit heißen Getränken und Gerichten versorgt. Sie können weder kochen noch heizen, nachdem rund ein Dutzend Hochspannungsleitungen im Katastrophengebiet gerissen waren.
Stromchaos: Der Katastrophenstab in Münster hat inzwischen mehrere hundert Notstromaggregate aus ganz Nordrhein-Westfalen in die Chaosregion transportieren lassen, um Schulen, Gemeindesäle und Altenheime zu versorgen.

Und auch Landwirte wie Josef Beeke (39) aus Gescher (bei Coesfeld): Seine 73 Kühe konnten gestern Morgen nicht gemolken werden, mittags brachte die Feuerwehr dann endlich ein Aggregat für die elektrische Melkmaschine. „Die Reparatur der Stromleitungen kann noch zwei bis drei Tage dauern“, erklärt ein Sprecher aus dem Krisenstab.
Unfälle: Bis zum Abend zählte die Polizei in Nordrhein-Westfalen 1266 Unfälle und 64 Verletzte auf schneeglatten Straßen. Schaden: über drei Millionen. Durch Schnee und Eis starben in anderen Teilen Deutschlands drei Menschen.
Ausland: Wetter-Chaos auch im Ausland: In Holland waren Zehntausende ohne Strom, in England mussten über 500 Autofahrer in Notunterkünften einquartiert werden, auch in Teilen Frankreichs und Österreichs kam der Verkehr zum Erliegen.

Die RWE Westfalen-Weser-Ems AG, Dortmund, setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um die durch eine seit gestern anhaltende außergewöhnliche Wettersituation mit teilweise heftigen Schneefällen und schweren Sturmböen verursachte Störung der Stromversorgung schnellstmöglich zu beheben. Betroffen sind insgesamt 25 Kommunen mit rund 250.000 Einwohnern im westlichen Münsterland und zum Teil im Raum Osnabrück. Derzeit sind rund 250 Mitarbeiter des Netzservice und Bereitschaftsdienstes von RWE im Dauereinsatz. Dr. Knut Zschiedrich, Vorstandsvorsitzender von RWE Westfalen-Weser-Ems: „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Kunden und tun alles Menschenmögliche, damit der Strom so bald wie möglich wieder wie gewohnt stabil in die Haushalte fließt. Die Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes arbeiten dabei hervorragend mit den Kräften von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Polizei zusammen.“

Durch die zügig eingeleiteten Maßnahmen soll die Stromversorgung nach Möglichkeit bis zum heutigen Abend in zahlreichen Gebieten wieder aufgenommen werden. Wann alle Ortsnetze wieder versorgt werden können, hängt auch von der weiteren Entwicklung der Wetterlage ab. Die Menschen in den betroffenen Gemeinden werden gebeten, sich unbedingt von beschädigten Strommasten und Stromleitungen fernzuhalten. Augenblicklich sind allein rund 50 Hochpannungmasten nicht mehr funktionstüchtig. Teilweise werden Notstromaggregate eingerichtet. Außerdem werden zur Zeit die Strom-Überlandleitungen per Helikopter inspiziert, um die Arbeiten zusätzlich aus der Luft zu koordinieren. Zwischen Metelen und Gronau wird zur Zeit eine 4 Kilometer lange Ersatzleitung errrichtet. Bei Borken wird die vorhandene Infrastruktur genutzt, um eine 220 kV-Leitung in eine 110 KV-Leitung umzuwandeln.

Die Unterbrechungen der Stromversorgung waren gestern ausgelöst worden durch ein Sturmtief, das sich – aus den Niederlanden kommend – über das Rheinland, das Münsterland, Ostwestfalen bis nach Niedersachsen verbreitet hatte. Teilweise faustdickes Eis auf den Freileitungen, in Kombination mit heftigen Windböen, verursachte zunächst Schwankungen und in der Folge zum Teil lang anhaltende Stromausfälle.

Weitere Bilder hier: www.n-tv.de/606267.html

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