Lembeck – Wenn Heinrich Kötting am Wochenende zum letzten Mal die kiloschwere Königskette der Lembecker Schützen anlegt, dann ist auch sein eigenes Exemplar unter den Orden der letzten Jahre zu finden.

Gemeinsam mit Königin Monika Garriß wählte er die Symbole aus: sportliche Piktogramme, die für den SV Lembeck stehen, und das Nesselblatt aus dem Wappen der Herrlichkeit Lembeck. Traditionell wird der jeweils älteste Königsorden vor jedem neuen Schützenfest abgenommen und durch den des amtierenden Königspaares ersetzt.

Seit drei Generationen sorgt die Familie Heitmann für den richtigen Glanz des Schmuckstücks. Vor den Repräsentationsterminen des Königspaares wird die Kette im Lembecker Fachgeschäft von Hand gereinigt, auf Hochglanz poliert und wenn notwendig auch repariert. Die Anfertigung eines neuen Ordens schließlich stellt für Juwelier Heinrich Heitmann in jedem Jahr eine handwerkliche Herausforderung dar. “Das macht Spaß. Mit dem Material (Silber) kann man sehr gut arbeiten”, freut sich der 46-jährige Uhrmacher, der schon in seiner Jugend Arbeiten im Gold- und Silberbereich ausführte und auch die Königskette der Erler Schützen betreut.

Mitte der 80-er Jahre ließen die Schützen Lembeck eine neue Halterung für ihre Orden fertigen. Seitdem haben eine Vielzahl von Königspaaren und Sponsoren für die Ausschmückung der Kette gesorgt. Karten- und Kegelclubs, Börsen- und Taubenzuchtverein, Spielmannszug und Jäger haben sich so verewigt. Zum Schluss werden die Namen des Königspaares und ihrer Ehrendamen bzw. -herren auf einem Orden eingraviert. Das Jahr über schlummert die Kette im Tresor der Volksbank, ebenso wie die überzähligen alten Orden.

Übrigens wird die kiloschwere Last Heinrich Kötting und seine Nachfolger beim Feiern nicht behindern. Die Bürde seines Amtes trägt der Lembecker König nämlich nur beim Repräsentieren. Wenn er abends mit seiner Königin eine fesche Sohle auf´s Parkett legt, dann schmückt ihn die sehr viel leichtere Tanzkette. siwi

02. Juni 2004 | Quelle: Dorstener Zeitung